Klythemnestra
Hallo Ihr Lieben,
ich wollte Euch mal meinen Aufreger der Woche erzählen:
Also Mitarbeiterin (bekannt dafür, dass sie aus den unmöglichsten Gründen krank ist) ruft zwei direkte Schichtkollegen an um 6.10 Uhr. Dienstbeginn ist 6.15 Uhr. Sie hat einen Wegeunfall, wahrscheinlich den Knöchel gebrochen. Ich komme um 7.30 zum Dienst und erfahre dies. Gegen 11.00 ruft mich die Mitarbeiterin an und sagt, sie habe eine Lendenwirbelprellung. Am Abend kommt die Krankmeldung vom Gynäkologen.
Jetzt weiß ich natürlich, dass sie mir gar nicht zu sagen braucht, was sie hat. Aber verdammt noch mal, dann soll sie das doch auch nicht tun. Und wenn sie wilde Geschichten erzählt, dann bitte doch jedem die Gleiche. Ich komme mir total verar.... vor.

Die Mitarbeiter sind stinkesauer, weil jetzt wieder einer übers Wochenende einspringen muss und natürlich jeder glaubt, dass sie gar nichts hat.
Ist so etwas normal? Bin nur ich so bescheuert, dass ich an das Gute im Menschen glaube? Bin ich so doof, dass man glaubt, man kann mir alles erzählen und ich schlucke das? Höchstwahrscheinlich letzteres!
So, das musste mal raus.
Liebe Grüße
Kly
SirHuckleberry
Nuja .. grundsätzlich muss man festhalten, das weder Chef noch Mitarbeiter irgendein Recht haben, zu erfahren, woran der Arbeitnehmer/Kollege erkrankt ist. Er wird vom Arzt abeitsunfähig geschrieben und Ende.
Das ist ganz bewusst vom Gesetzgeber so eingeführt worden, damit nicht der Arbeitgeber "in Versuchung" gerät darüber zu urteilen, ob der Arbeitnehmer wirklich krank (genug) ist.
Andererseits darf der Arbeitgeber sehr wohl für sich beurteilen, ob ein Arbeitnehmer, der häufig krank ist, tragbar ist.
Das mal vorweg. Wenn ich manche Chefs sehe, die jedes Detail einer angeblichen Erkrankung wissen wollen, jeden Tag mehrmals anrufen und versuchen den Arbeitnehmer mit irgendwelchen Argumenten doch noch versuchen dazu zu bewegen, beispielsweise auch noch mit über 39 Grad Fieber, diesen zur Arbeit zu zwingen, kann ich verstehen, dass einige anfangen zu lügen, was ihre Arbeitsunfähigkeit betrifft. Wenn ich Chefs sehe, die Mitarbeiter auch noch im Krankenhaus besuchen, um sie zu fragen, ob sie nicht "Angst um ihren Arbeitsplatz haben", kann ich verstehen das dramatisiert wird. Das ist mal die andere Seite, die leider heute nicht mehr wirklich selten ist, von der aber nicht geredet wird.
Andererseits habe ich das gleiche Verständnis dafür, dass ein Chef seinen Mitarbeiter entlässt, weil er regelmässig mehrmals im Jahr fehlt und er die Kosten nicht tragen will.
Muss letztlich jeder selbst entscheiden, ob er für jede Kleinigkeit zum Arzt rennen will oder nur, wenn er wirklich nicht mehr kann. Der Rest fällt irgendwann unter natürliche Auslese
timo26878
schickt sie doch zum vertrauensarzt.
wenn man auch wegen ein und derselben sache immer wieder erkrankt, kann man auch irgendwie als nicht tragbar für die firma sein. hat mir mal ein betriebsrat erklärt, da es eine ähnliche situation jn unserem unternehmen gab.
Klythemnestra
wer bei mir krank ist, der darf krank sein. Ich ärgere mich ja nur absolut darüber, wenn die Leute mich für doof halten. Mir muss auch keiner erzählen, was er hat. In unserem Beruf gibt es übrigens eine Einschränkung, über Infektionskrankheiten muss uns der Mitarbeiter informieren, weil wir ja die anderen Mitarbeiter und die Senioren schützen müssen.
Ich würde mich überhaupt nicht aufregen, wenn sie entweder gar nicht gesagt hätte, was sie hat oder bei der ersten Version geblieben wäre. Wobei sie natürlich einen Arbeits- und Wegeunfall schon melden müsste. Nachdem aber diese Meldung auch nicht erfolgt ist, weiß ich, was ich davon zu halten habe.
timo26878
dann führ doch in einklang mit dem betriebsrat genau darüber ein gespräch mit ihr. über dieses unkollegiale verhalten. die vielen verschiedenen geschichten und dann muss sie ihr verhalten ändern. entweder die andauernde krankheit hört auf oder die lügengeschichten.
Klythemnestra
Du, wir haben keinen Betriebsrat. Das ist in privaten Pflegeheimen nicht unbedingt üblich. Und natürlich werde ich dagegen vorgehen. Eigentlich wollte ich ja nur mal meinem Ärger Luft machen.
Ich habe für die Dame nächste Woche schon einen Termin beim MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen). In dem Bereich sind die ganz kooperativ. Ich hatte dort schon mal eine Mitarbeiterin, die sich mit Teufels Gewalt hat gesundschreiben lassen und ich hatte das Gefühl, dass sie einfach noch nicht gesund war. Der MDK hat mir damals recht gegeben und die Mitarbeiterin war noch vier Wochen zu Hause, heute arbeitet sie wieder ganz normal und ist einfach froh, dass ich mich damals durchgesetzt habe.
timo26878
find ich gut. viel erfolg dabei
ThomasDunkel
Moin moin
»Bin nur ich so bescheuert, dass ich an das Gute im Menschen glaube? Bin ich so doof, dass man glaubt, man kann mir alles erzählen und ich schlucke das?«
Dumm ist nicht, wer nichts weiß, sondern wer nichts dazu lernen will. =;o) Schade nur, dass sich ein Mißtrauen, dass sich aus solcherlei Lernergebnissen entwickelt, allen gegenüber steht, auch denen, die gar nichts dafür können.
Heberatte
Mit den Worten meines Ex-Chefes "Wenn Sie weg sind, stehen 20 Andere vorm Werkstor, also mehr arbeiten oder draußen stehen."
Heutzutage sind doch manche Leute froh überhaupt Arbeit zu haben. Also wer dauernd zwischenfunkt kann gehen (ohne Betriebsrat ist es ja noch leichter) und den Nächsten nehmen. Bei so gehäuften Krankheitsfällen kann man nen Detektiv einschalten. Oder eben MDK erstmal. Wenn es danach nicht besser wird, Detektivkanzleien gibt es genug.
Oder die fiese Methode: So lang die Drecksarbeiten erledigen, bis die Person freiwillig geht. Gibt es sicher auch bei euch so Arbeitsfelder.
Klythemnestra
tja, das Problem ist, dass es einen Pflegenotstand gibt und eben nicht 20 andere vor der Tür stehen. Ich suche seit Wochen Pflegefachkräfte und es gibt einfach keine. Es liegt mir nicht eine Bewerbung vor. Es gibt bereits Pflegeheime, die keine Bewohner mehr aufnehmen können, weil sie zu wenig Pflegekräfte haben. Da helfen die ganzen Arbeitslosen nicht.
Heberatte
Und selber ausbilden? Oder ist das zu teuer?
Klythemnestra
das machen wir... leider dauert es drei Jahre bis die Damen und Herren fertig sind. Wir bilden zur Zeit insgesamt vier Pflegekräfte aus. Die sind dann in zwei Jahren fertig. Bis dahin machen wir ein dummes Gesicht.
Ein Auszubildender im ersten Lehrjahr verdient bei uns 800€, im zweiten 900€, im dritten 1000€. Trotzdem scheint das für manche noch zu wenig. Manchmal ist es echt frustrierend. Ein Auszubildender ist im Jahr ganze 5 Monate in der Einrichtung, der Rest ist Blockunterricht und Außeneinsatz. Während der Ausbildung nutzen mir die Leute also auch nur bedingt etwas.
Deejablo
| quote: |
Original von Heberatte
Mit den Worten meines Ex-Chefes "Wenn Sie weg sind, stehen 20 Andere vorm Werkstor, also mehr arbeiten oder draußen stehen."
|
Hab ich so auch schon mal gehört von meinem Chef damals. Als ich ihm dann entgegnete, dann solle er die doch reinholen, war Ruhe
Klythemnestra
Was es nicht alles gibt...
Mitarbeiter, 23 Jahre alt, Pflegehilfskraft ruft mich an...
Ich hatte drei Tage keinen Stuhlgang, ich kann nicht zur Arbeit kommen...
Mir fehlen die Worte....
timo26878
naja, irgendwoher wird euer hoher krankenstand schon kommen... ist irgendwie immer ein spiegel des betriebsklimas... ist ja bei uns auch so.
Heberatte
| quote: |
Original von Klythemnestra
Was es nicht alles gibt...
Mitarbeiter, 23 Jahre alt, Pflegehilfskraft ruft mich an...
Ich hatte drei Tage keinen Stuhlgang, ich kann nicht zur Arbeit kommen...
Mir fehlen die Worte.... |
Such dir nur noch Leute mit Laktoseintoleranz und gib denen schön frische Milch zu trinken. Dann hatter wieder Stuhlgang.

Und wenn er noch keinen Zivildienst abgeleistet hat, empfehl ihm Lagerungspfleger im OP-Bereich eines Krankenhauses. Danach ist er handzahm und er kommt sogar mit 7 Wochen Verstopfung gerne zur Arbeit.
Und zum Tehma Betriebsklima: Leute die immer krank machen gibt es in jeden Betrieb. Bei uns gibt es sogar Leute die sich einen Tag vorher Urlaub nehmen. Jetzt Krankheiten aufs Betriebsklima zu schieben, wäre nen bisschen weit hergeholt. Da würde ich eher sagen, das die Leute keinen Bock zum arbeiten haben.
Klythemnestra
das Schlimme ist ja, dass die direkten Kollegen drunter leiden. Es sind immer die selben, die solche Spielchen machen. Und es sind immer die selben, die einspringen und den Karren aus dem Dreck ziehen.
Ich denke nicht, dass es ein schlechtes Betriebsklima ist...
Laguna_Bitbandit
wenn das klima jetzt noch nicht schlecht ist wird es das bald...meine erfahrung mit solchen leuten...frag dich schon mal wie du die guten leute halten kannst...ewig machen die das nicht mit
Klythemnestra
schon klar... dauerhaft muss man sich von solchen Leuten einfach trennen